Spahn: Erwartungsmanagement einziger Fehler

Bei richtiger Politik 50.000 Tote vermeidbar

Bei einem einem Interview zum Thema Coronakrise: Europäische Solidarität auf dem Prüfstand bei tagesschau.de mit dem Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unter anderem:

Wenn Sie fragen, wo hätte ich auch etwas besser machen können: “Erwartungsmanagement beim Impfen …”

Wo lebt dieser Mann? 50.000 Tote vermeidbar.

In Deutschland sind bis zum Zeitpunkt dieses Interviews ca. 60.000 Menschen verstoben. Davon wären bei richtiger Politik 50.000 Tote vermeidbar gewesen.

Wie ein Vergleich mit den bei der Corona Pandemie Bekämpfung überaus erfolgreichen asiatischen Staaten zeigt. Beispielsweise Australien mit nur 909 Corona Toten1 (Stand: 01.02.2021) oder Japan mit 4.872 Corona Toten2 (Stand: 01.02.2021).

Und Bundesgesundheitsminister sieht als seinen erwähnenswerten (und einigen?) Fehler Erwartungsmanagement beim Impfen.

Bundesgesundheitsminister Spahn, die Bundesregierung, die Ministerpräsidenten und die EU-Kommission sind für die 50.000 vermeidbaren Tote verantwortlich.

Herr Spahn und die Politiker leben wohl in einem anderen Deutschland …

Ein oberste Ziel: Überlastung des Gesundheitssystems vermeiden

Bundesgesundheitsminister Spahn stellt bei dem Interview heraus, dass die Politik seit Beginn der Pandemie Ein oberstes Ziel hat, nämlich die Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, und nicht etwas zum Beispiel Zero COVID.

Aus der Perspektive von Politikern sind Bilder wie im Frühjahr 2020 aus Italien unbedingt zu vermeiden, insbesondere vor einem Superwahljahr. Das erklärt vielleicht, warum das oberstes Ziel der Politiker die Vermeidung der Überlastung des Gesundheitssystems war und ist und nicht etwa die Vermeidung von Toten.

Oberstes Ziel: Vermeidung von Toten

Ich bin, vielleicht naiver weise, davon ausgegangen, dass das oberste Ziel der Politik die Vermeidung von Toten ist und sein müsste.

Um dieses Ziel zu erreichen sind verschieden Wege denkbar, u.a.:

Ich hielt im März 2020 die erste Alternative für richtig, siehe Falsche Strategie , lag aber falsch.

Asien ist den zweiten Weg gegangen und hat damit recht und Erfolg . Asien hat aus der SARS-Pandemie 2002/2003 gelernt und sich auf Pandemien vorbereitet.

Die Verhinderung der Ausbreitung von COVID-19 hätte auch die Entstehung und Gefahr durch Mutanten gemindert.

Natürlich ist die Vermeidung der Überlastung des Gesundheitssystems ein ganz wichtiges Ziel. Dieses Ziel wäre aber bei einem Ziel “Tote zu vermeiden” ganz automatisch mit gekommen.

Korrekturfähigkeit

Natürlich kann man zu Beginn einer überraschenden3 Pandemie nicht den richtigen Weg wissen.

Aber spätestens, wenn sich in anderen Ländern bessere Lösungen abzeichnen, wie dies in Asien sichtbar wurde, muss man seine eigenen, untauglichen Maßnahmen korrigieren.

Die Politik hat aber beim Blick auf ihr Oberstes Ziel die Toten völlig außer acht gelassen.


  1. https://www.corona-in-zahlen.de/weltweit/australien/ ↩︎

  2. https://www.corona-in-zahlen.de/weltweit/japan/ ↩︎

  3. Nur war die COVID-19 Pandemie keine Überraschung für die Bundesregierung. Oder hätte keine sein dürfen. Bereits 2013 hat die Bundesregierung in dem Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012 unter Punkt 2.3 Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ das Parlament über das Risiko einer Virus Pandemie informiert. Die Bundesregierung und das Parlament wußten über das Risiko einer Pandemie Bescheid und hätten Vorbereitungen für eine Pandemie treffen können und müssen. Dies ist aber nicht geschehen. Deswegen waren zu Beginn der Corona Pandemie u.a. nicht genügend Masken vorhanden. Vorausschauende Politik war und ist dies nicht. Und dies ist ein weitere Skandal in dieser Corona Pandemie. ↩︎